Katharina von Siena
29. April
Katharina von Siena wurde 1347 als Caterina Benincasa in der italienischen Stadt Siena geboren. Als junge Frau schloss sie sich den Mantellatinnen an, einer Gemeinschaft von Frauen im Umfeld des Dominikanerordens. Ihr religiöses Leben verband sie mit der Fürsorge für Arme und Kranke. Sie wird als Mystikerin verehrt – als Frau, deren Glauben von intensiven inneren Gotteserfahrungen geprägt war.
Katharina mischte sich auch in die politischen und kirchlichen Auseinandersetzungen ihrer Zeit ein. In Briefen und persönlichen Gesprächen wandte sie sich an geistliche und weltliche Verantwortungsträger, mahnte zu Frieden und Erneuerung und setzte sich für die Rückkehr des Papstes von Avignon nach Rom ein. Dabei sprach sie auch Missstände innerhalb der Kirche offen an.
Sie starb am 29. April 1380 in Rom im Alter von 33 Jahren. 1461 wurde sie heiliggesprochen, 1970 zur Kirchenlehrerin und 1999 zur Mitpatronin Europas erklärt. Ihr Gedenktag am 29. April erinnert an eine Frau, die religiöse Überzeugung mit tätiger Hilfe und öffentlichem Engagement verband.
Katharina von Alexandrien
25. November
Katharina von Alexandrien gehört zu den bekanntesten Heiligen des christlichen Mittelalters. Ihr Gedenktag ist der 25. November. Sie wird als Patronin der Philosophen, Gelehrten und Studierenden verehrt und zählt zu den Vierzehn Nothelfern.
Die Legende schildert sie als gebildete junge Frau, die in Alexandrien ihren christlichen Glauben mit Mut und überzeugenden Argumenten verteidigt. Selbst gelehrte Gesprächspartner können sie nicht von ihrer Haltung abbringen. Als ein für ihre Hinrichtung vorgesehenes Rad zerbricht, wird sie der Überlieferung nach mit dem Schwert getötet. Rad, Schwert und Buch wurden deshalb zu ihren Erkennungszeichen in der Kunst.
Ihr Leben ist durch später entstandene Heiligenlegenden überliefert; eine historisch gesicherte Biografie lässt sich daraus nicht rekonstruieren. Umso deutlicher ist ihre Wirkungsgeschichte: Kirchen, Kunstwerke und Bräuche bewahren die Erinnerung an eine Frau, die für Bildung, Glauben und Standhaftigkeit steht.
Im bäuerlichen Jahreslauf ist ihr Tag als Kathrein bekannt. Er markiert traditionell den Abschluss der herbstlichen Tanzsaison vor dem Advent und bildet einen festen Bezugspunkt mehrerer Novemberregeln. Kathreintänze halten diesen Brauch bis heute lebendig.